WordPress SEO Plugin installieren und einrichten
Das Blogsystem selbst bringt ja von Haus aus nur wenige Optionen für WordPress SEO mit. Deswegen verwenden die meisten Blogbetreiber ein zusätzliches Plugin oder eben ein entsprechendes Theme. Ich persönlich finde es nicht schlimm, dass in WordPress nichts entsprechendes integriert ist, denn ich mag es ganz gerne modular.
Einige schwören hier auf wpSEO, welches ich in den nächsten Tagen auch einmal testen werde. Freundlicherweise stellt hier der Entwickler Sergej Müller eine 10-tägige Testversion zur Verfügung. Wer überhaupt kein Geld dafür in die Hand nehmen möchte, der war bisher mit All In One SEO Pack ganz gut beraten.
Ebenso besitzen die meisten Premium-Themes entsprechende Funktionen. Ich verwende auf einen meiner Nischenblogs beispielsweise Headway. Dieses bringt sogar eine Vorschau des Artikels, wie er später in der Google-Suchliste aussieht, mit. Auch das ebenfalls von mir verwendete Profitstheme hat umfangreiche SEO-Funktionen integriert.
Auf was ich jetzt allerdings gestoßen bin, hat mich schier vom Hocker gerissen. WordPress SEO bekommt hiermit eine ganz neue Dimension. Doch lesen Sie weiter…
Die Rede ist von WordPress SEO by Yoast, einem kostenfreien SEO Plugin aus der Feder von Joost de Valk. Falls Sie noch nie von ihm gehört haben: Joost ist ein Webentwickler, SEO und Internetmarkter aus den Niederlanden. Auf seinem Blogprojekt Yoast finden Sie zahlreiche Beiträge über WordPress Plugins und SEO.
Ich habe mir das Plugin an einem verregneten Sonntag mal etwas näher angesehen und werde wohl auch auf diesen Blog hier darauf umsteigen. Nachfolgend finden Sie also die Schritte, welche für einen Umstieg notwendig sind.
Doch sehen wir uns erst einmal an, was WordPress SEO überhaupt zu bieten hat.
Eigenschaften von WordPress SEO
Die Liste der Features ist ellenlang, weswegen ich hier nur auf die charakteristischsten Merkmale eingehen möchte:
- Eine Metabox unterhalb des Artikel-Editors mit…
- Titel und Metabeschreibung
- Analyse der verwendeten Keywords.
- Vorschau des Artikels auf der Google-Suchergebnisseite.
- Komplette Analyse der Seite mit Keyword-Dichte und 10 weiteren wichtigen Prüfkriterien.
- Funktionen für Fortgeschrittene wie beispielsweise nofollow und 301 Redirect.
- Robots Meta Konfiguration.
- Konfiguration des RSS Feeds (hier spart man sich ein zusätzliches Plugin).
- Unterstützung von Breadcrumbs.
- Bereinigung der Permalinks.
- Taxonomie
- Umfangreiche XML-Sitemap (auch hier bräuchte man ein zuätzliches Plugin) mit Unterstützung für Bilder usw.
- Integrierter Editor für .htaccess und robots.txt
- Import-Funktionen für die bekanntesten SEO Plugins und Premium-Themes.
- Export-Funktion.
- …
Wie Sie sehen integriert WordPress SEO einige Funktionen, für welche normalerweise zusätzliche notwendig wären. Also auf jeden Fall ein Plus für die Blog-Performance. Ganz zu schweigen von der Seiten-Analyse, wofür es normalerweise kostenpflichtige Plugins wie SEOPressor bedarf.
Installation von Yoast WordPress SEO
Hierzu gehen Sie wie gewohnt ins Dashboard von WordPress und unter Plugins -> Installieren geben Sie “WordPress SEO Yoast” ein. Der oberste Eintrag in der Liste sollte dann auch gleich der richtige sein und mit Installieren und anschließenden Aktivieren sollten Sie links in der Admin-Seitenleiste einen neuen Eintrag mit dem Namen SEO sehen.
Der Umstieg auf WordPress SEO
Nun ist WordPress SEO zwar installiert und als Plugin aktiviert. Doch im Gegenzug zu den meisten SEO Plugins kommt dies ohne Standard-Einstellungen daher und bewirkt momentan noch überhaupt nichts. Dies hat auch mich zuerst etwas abgeschreckt. Doch andererseits war ich nun mehr oder weniger genötigt, mich näher mit der Materie auseinander zu setzen.
Wäre dies nicht der Fall gewesen, gäbe es somit auch diesen Artikel hier nicht
Bevor wir also jetzt komplett umsteigen, sind erst einmal einige Vorbereitungen notwendig.
Bestehende Metainfos importieren
Bevor wir nun irgend etwas konfigurieren, wollen wir natürlich die Metaangaben bereits bestehender Artikel importieren. Hierfür sind in WordPress SEO bereits einige Formate implementiert. So beispielsweise auch für All in One SEO. Für nicht unterstützte Formate wird vom Entwickler der SEO Data Transporter empfohlen, welches zwischen populärsten Premium Themes und SEO Plugins konvertiert.
Es wird vom Entwickler empfohlen die Daten des alten SEO Plugins aus der Datenbank zu entfernen. Vorsichtshalber würde ich Ihnen auf jeden Fall empfehlen vorher ein Backup der Datenbank durchzuführn.
Sollten Sie bereits eines der Plugins von Yoast einsetzen, ist auch dies kein Problem. Robots Meta, RSS Footer und Yoast Breadcrumbs sind bereits vollständig implementiert und die Daten können auch hier importiert werden.
Bestehendes SEO Plugin abschalten
Nachdem nun alle Daten importiert wurden, können Sie das bisher verwendete SEO Plugin deaktivieren. Entweder über die entsprechenden Einstellungen wie es beispielsweise bei All in One SEO möglich ist, oder Sie deaktivieren das Plugin gleich komplett. Wenn später alles sauber läuft können Sie es dann komplett deinstallieren.
Sofern Sie ein Premium Theme mit bereits integrierten SEO verwenden, sollte dies natürlich auch die Möglichkeit bieten, dies zu deaktivieren. Bei Profitstheme ist es so, dass man hierfür ein Häkchen setzen muss und bei anderen muss man womöglich eines entfernen. Bei Headway konnte ich bis dato keinerlei Möglichkeiten finden, dies zu deaktivieren
Einrichten von WordPress SEO
Das SEO Plugin hat ziemlich umfangreiche Einstellungen, welche nicht immer auf den ersten Blick zu durchschauen sind. Obendrein kommt noch die Tatsache, dass alles auf englisch ist. Damit Sie deswegen nicht gleich davor zurück schrecken, erläutere ich Ihnen die wichtigsten Einstellungen in deutsch.
Gehen wir also hier die Admin-Seitenleiste von oben nach unten durch. In Klammer habe ich Ihnen jeweils die Bezeichnung der Menüpunkte geschrieben.
Generelle Einstellungen von WordPress SEO (Dashboard)
Die nachfolgenden Einstellungen beziehen sich auf die WordPress SEO Box. Dies ist ein Kasten mit standardmäßig 3 Tabs unterhalb des Artikel Editors im Dashboard. Hier legen Sie sämtliche Metaangaben für den jeweiligen Artikel fest.
Hier sollten Sie unbedingt ein Häkchen setzen, da Sie sonst bei den Artikeln keine Möglichkeit haben, Keywords zu vergeben. Dies wegzulassen macht meiner Meinung nach nur Sinn, wenn man den kompletten Blog nur über die globalen Keywords optimiert. Anders kann ich mir diese Option nicht erklären.
Alle anderen Einstellungen lassen wir so wie sie sind. Wenn Sie die erweiterten Funktionalitäten in der SEO Box aus jedwelchen Gründen auch immer stören, können Sie diese noch “Disable the Advanced part…” ausblenden.
Sofern Sie die Google Webmastertools einsetzen, was ich Ihnen übrigens dringend empfehle, können Sie in einem Feld darunter auch direkt den entsprechenden Metacode zur Verifizierung mit einbinden. Selbiges gilt auf für Yahoo! Site Explorer und Bing Webmaster Tools.
Ich persönliche ziehe die Methode mit einer HTML-Datei vor, weswegen ich hier nicht näher darauf eingehen möchte.
Titel Einstellungen (Titles)
Um Yoast WordPress SEO in dem von Ihnen verwendeten Theme nun zu aktivieren, haben Sie generell zwei Möglichkeiten. Entweder Sie modifizieren PHP-Code in der header.php Ihres Themes wie angegeben. Oder Sie lassen dies mit “Force rewrite titles” vom Plugin erledigen, was allerdings zu Lasten der Performance geht. Wie auch immer, es ist Ihre Entscheidung
Die Platzhalter für Einzelseiten können Sie im Endeffekt so übernehmen, wie in dem nachfolgenden Screenshot. Wenn Sie dort auf der Seite nach unten scrollen ist für jeden der Platzhalter auch noch eine ausführliche Erläuterung.
Homepage bezieht sich hier auf die Startseite Ihres Blogs. Geben Sie hier einen aussagekräftigen Titel von nicht mehr als 70 und eine entsprechende Beschreibung mit bis zu 160 Zeichen an. Außerdem sollten es so um die 10 Keywords sein. Auch Longtails sind natürlich erlaubt.
Bei den einzelnen Artikeln (Post) verwenden wir hier Platzhalter, da diese ja pro Artikel einzeln festgelegt werden. Selbiges gilt auch für Seiten (Page).
Auch für Taxonomien wie Kagegorien und Tags gibt es entsprechende Einstellungen in WordPress SEO, welche Sie ganz einfach übernehmen können.
Für Spezialseiten wie Autoren-Archiv, Suchergebnisseiten und 404 gibt es natürlich auch entsprechende Vorlagen. Wobei wir später bei Blogs mit nur einem Autor ersteres ohnehin ausblenden. Das Datums-Archiv lassen wir komplett leer, da dies vom WordPress SEO Plugin schon so gehandhabt wird, dass es passt.
Indexierungs-Regeln von WordPress SEO (Indexation)
Zuallererst blenden wir hier auf der Seite die beiden oberen Kästen “Plugin Settings” und “Opengraph (Facebook)” aus. Dies erreichen Sie, indem Sie mit der Maus über die graue Leiste fahren. Daraufhin erscheint ganz rechts ein Pfeil und Sie können damit den kompletten Kasten ausblenden.
Bei den Indexierungsregeln legen Sie fest, welche Seiten von der Indexierung durch Suchmaschinen ausgenommen werden sollen. Im Normalfall macht es keinen Sinn die Suchergebnisseiten, Seiten für den Login und die Registrierung sowie die Admin-Seiten indexieren zu lassen.
Sofern es auf dem Blog nur einen Autoren gibt, sollte man das Autorenarchiv ebenfalls ausblenden. Ebenso gibt es für mich keinen Grund, das Datumsarchiv in den Index zu lassen. Je nachdem ob Sie Ihren Blog nach Kategorien oder Tags ordnen, sollten Sie das nicht in Frage kommende Archiv ebenfalls ausblenden. Wie Sie sehen, organisiere ich meine Blogs nach Kategorien, weswegen ich die Tags nicht indexieren lasse.
Eine Seite oder Taxonomie von der Indexierung auszuschließen bedeutet noch lange nicht, dass Ihre Leser diese nicht zu Gesicht bekommen. Dies sind zwei paar Stiefel und ist völlig unabhängig voneinander!
Sogar um das bloginterne nofollow kümmert sich WordPress SEO. Diese Links werden von Google und Co. nicht zur Berechnung der Linkpopularität herangezogen. Wir wählen hier komplett alle aus.
Es macht absolut keinen Sinn Login- und Registrierungsseiten in die Gewichtung mit einzubeziehen. Selbiges gilt für die zweite Option welche Links zu dem Blogkommentaren ausnimmt. Diese sind oftmals dafür verantwortlich, dass sich auf einer Seite zu viele Follow-Links befinden. Der Link zu Ihrem RSS Feed ist lediglich für Ihre Leser interessant und auch den Link auf wordpress.org, welcher sich unten auf der Seite bei den meisten Themes befindet, können wir raus nehmen.
Bei den Archivierungs-Einstellungen habe ich beide Optionen ausgewählt. Erstere aus dem Grund, weil ich der einzige Autor auf dem Blog bin. Jeder Link auf das Archiv wird somit nun automatisch auf die Startseite umgeleitet. Sofern man seinen Lesern nicht unbedingt ein datumsbasiertes Archiv anbieten will, sollte man dies ebenfalls deaktivieren.
Bei den “Robots Meta Settings” ändern wir nichts!
Mit der letzten Box auf dieser Seite bereinigen wir nun die HTML-Kopfdaten. Da ich keinen externen Editor oder Windows Live Writer verwende, habe ich die ersten beiden Optionen ausgeblendet. Die Option für den “WordPress Generator” würde die Versions-Nummer von WordPress im Quelltext ausblenden. Mich persönlich stört das nicht. Deswegen lasse ich es eingeblendet.
Die Index- und Start Relation Links sind laut dem Autor völlig nutzlos und werden somit ebenfalls ausgeblendet. Den Rest lassen wir, wie es ist. Jedenfalls sollte man keinesfalls die RSS Feeds ausblenden. Außer Sie wollen komplett darauf verzichten, was Ihnen allerdings einen großen Teil Ihrer OffPage-Optimierung schon vorne herein zerstört.
WordPress SEO XML Sitemaps
Einer der Highlights dieses SEO Plugins ist meines Erachtens der integrierte Generator für XML Sitemaps. Die Optionen sind eigentlich fast selbserklärend. Erstere schaltet die Sitemap Funktion ein und mit der zweiten Option binden wir Bilder mit ein. Natürlich wollen wir bei jeden neuen Beitrag auch die vier Suchmaschinen anpingen.
Irgendwelche Beitragstypen oder Taxonomien auszuschließen macht für mich keinen Sinn. Zumindest wüsste ich keinen Grund dafür.
Permalink Einstellungen
Diese Optionen sind unabhängig von den Permalink-Einstellungen von WordPress selbst gehalten. Erstere würde die URL zu den Kategorien verändern. Ich persönlich sehe darin keinen rechten Sinn. Die nächste Option erzwingt einen abschließenden Schrägstrich in der URL bei Kategorien und Tags.
Dateianhänge werden in der Datenbank als Beiträge verwaltet. Somit haben diese eine eigene Beitragsseite mit eigener URL. Mit der dritten Option wird von dort aus auf den Beitrag zurück geleitet, von wo aus der Dateianhang verlinkt ist.
Mit der letzten Option in der Box “Permalink Settings” werden unschöne eingehende URLs bereinigt. Dies kann unter Umständen zu Problemen mit einigen anderen Plugins führen. Am Besten einmal ausprobieren. Jedenfalls öffnen sich bei Auswahl dieser Option weitere Einstellungen, welche etwas weiter unten erklärt werden.
Unter “Canonical Settings” können Sie https:// auf Ihren Blog erzwingen, sofern Sie ein SSL-Zertifikat auf dem Server installiert haben.
“Clean Permalink Settings” wird nur eingeblendet, wenn Sie “Redirect ugly URL’s…” oben angewählt haben. Wenn Sie auf Ihrer Seite die Google Suche verwenden, dann müssen Sie bei der ersten Checkbox dort ein Häkchen machen. Selbiges gilt für die zweite Checkbox, wenn Sie mit Google Analytics Kampagnen tracken möchten. Außerdem lassen sich in dem Textfeld weitere Variablen eingeben, welche beibehalten werden sollen. So auch die von problematischen Plugins bei dieser Option.
Interne Verlinkungen (Internal Links)
Hier geht es hauptsächlich um die Brotkrümel (Breadcrumbs). Dabei handelt es sich einfach gesagt um die Pfadangabe, wo Sie sich gerade auf der Seite befinden. Diese Funktion von WordPress SEO sorgt dafür, dass die einzelnen Pfade auch entsprechend verlinkt sind. Dies ist nämlich aus der Sicht von Google auch wieder ein weiterer Backlink auf die jeweilige Seite.
Wenn Sie nicht gerade Hybrid, Thesis oder Thematic als Theme benutzen, müssen Sie hier selbst Hand anlegen und den entsprechenden Codeschnipsel dort mit einbauen. Hier näher darauf einzugehen würde jetzt allerdings den Rahmen diese Beitrages sprengen (der ohnehin schon fast zu lang ist).
RSS
Ein weiteres Highlight von WordPress SEO ist die Manipulation der RSS-Feeds. Schon länger habe ich eine Möglichkeit gesucht, dies zu manipulieren. Doch die entsprechenden Plugins waren entweder zu überladen oder waren kaum zu gebrauchen. Hier ist das Nötigste bereits mit dabei.
Als erstes schalten wir die Indexierung des Kommentar RSS ab. Außerdem wollen wir die RSS-Suchmaschinen bei neuen Beiträgen anpingen. Zudem haben Sie noch die Möglichkeit vor und nach dem Feed Text und HTML einzubinden. Links zum Beitrag oder zum Blog werden auf Wunsch durch entsprechende Platzhalter mit eingebunden. Dadurch haben Sie die Möglichkeit Autoblogs, welche Ihre Beiträge verwenden, für sich zu nutzen indem Sie beispielsweise einen Affiliate-Link hinterlegen oder sich einen Backlink sichern.
Editor für .htaccess und robots.txt
Sofern Sie diese Dateien bei Ihrer Installation von WordPress verwenden (was zumindest bei .htaccess sicherlich der Fall sein wird), können Sie diese unter dem Menüpunkt “Edit files” abändern und anschließend speichern. Auf meinem Testblog ist momentan keine robots.txt angelegt und dies ist mit WordPress SEO auch nicht möglich. Man muss hier also erst diese Datei einmal anlegen und per FTP hochladen. Erst dann erscheint dies hier auch zum editieren.
Wie geht es nun weiter?
WordPress SEO ist nun installiert, konfiguriert und im Endeffekt bereit zum Einsatz. Nun ist nur noch die Frage, was zu beachten ist, wenn Sie einen neuen Blogbeitrag schreiben. Dieser Beitrag ist nun schon fast doppelt so lang, als ursprünglich geplant. Darum habe ich mich dazu entschlossen dies in den nächsten Tagen in einem zweiten Beitrag zusammen zu fassen.
Schauen Sie also wieder mal vorbei!
Viele Grüße
Thomas
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Hallo Thomas,
danke für den Artikel.
Kann noch nicht sagen ob er hilfreich ist, aber Du hast ja immer sehr gute Tips.
Hab´s mal an meine “Technikabteilung”
weitergegeben.
Liebe Grüße
Gudrun